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Von Heckenschützen und Heckenpennern in Werther

Heckenschnitt: In Werther wird mit  Vorsatz gegen Normen und Grundsätze unserer demokratischen Heckenordnung verstoßen. Foto: © Pixavril - Fotolia.com

Heckenschnitt: In Werther wird mit Vorsatz gegen Normen und Grundsätze unserer demokratischen Heckenordnung verstoßen. Foto: © Pixavril – Fotolia.com

Werther (Kaisch). Endlich ist die Heckenproblematik in Werther zur Chefsache gemacht worden. Entschlossen klopft Bürgermeisterin Marion Weike persönlich auf den Busch und reagiert auf die auswuchernde Gartenbegrenzung, die zwei Wertheraner seit Wochen ihren auf Ordnung und Vorschriften achtenden Nachbarn an der Südstraße zumuten.
Wer die Kritik an der zu großen Hecke als spießig oder kleinbürgerlich abstempelt, der verkennt, dass hier von den Heckenbesitzern eindeutig und mit Vorsatz gegen Normen und Grundsätze unserer demokratischen Heckenordnung verstoßen wird. Das königlich-preußische Edikt vom 30. Oktober 1810 sichert nun einmal unwiderruflich jedem Bürger einen Steig von mindestens 6 Fuß (ungefähr 1,88 Meter) Breite zu.
Nicht von ungefähr. Denn das Überwuchern von Hecken auf den Bürgersteig, den Weg des Bürgers also, gefährdet in nicht hinzunehmender Art und Weise Leib und Leben von Spaziergängern, die der überbordenden Gartenbegrenzung ausweichen müssen und so der viel befahrenen Südstraße (etwa 2,59 Autos pro Stunde ermittelte die jüngste Verkehrszählung) gefährlich nahe kommen.

„Wer die Hecke nicht schert, hält dem Chaos das Schwert.“

Und mehr noch. Ist der Akt des Überwachsens nicht auch ein Sinnbild für das Ausbreiten privatwirtschaftlicher Interessen zum Schaden des öffentlichen Raumes? Das ist mitnichten ein Kavaliersdelikt. Wehret den Anfängen, möchte man den Verantwortlichen in Werther zurufen. Wer nicht heute die Hecken beschneidet, der wird dort vielleicht morgen schon Heckenpenner oder gar Heckenschützen antreffen. Oder wie es ein unbekannter chassidischer Philosoph einst formulierte: „Wer die Hecke nicht schert, hält dem Chaos das Schwert.“ Dass sich die Heckenbesitzer dabei auf die künstlerische Freiheit berufen, ist infam. Hecken sind keine Kunst. Hecken sind Grenzen – gerade, plan und exakt müssen sie sein.
Die Gesellschaft in Werther und im Altkreis muss dennoch mit Besonnenheit dem frechen Angriff auf unsere demokratischen Heckenwerte begegnen. Es darf nicht zur „Hecksenjagd“ auf verdächtige Heckenbesitzer kommen. Es muss unbedingt verhindert werden, dass in dieser aufgeheizten Atmosphäre Menschen unüberlegt zur Heckenschere greifen und womöglich Unschuldige versehentlich um die Hecke bringen. Denn dies ist nicht die Zeit hektischer Entscheidungen. Vielmehr muss ein intelligenter Plan ausgeheckt werden. Mit Bedacht, Weitsicht, Augenmaß und wenn nötig mit Lot und Wasserwaage. Denn sonst kommt dabei womöglich doch wieder nur Heckmeck heraus.

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