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Unglaublicher Missbrauch in Sportarenen

Ein einsamer Punkt © Kara - fotolia.com

Ein einsamer Punkt © Kara – fotolia.com

Heino König ist Mitarbeiter der Kaiserschmarrn-Sportredaktion. Hier sein ganz persönlicher und erschütternder Bericht über Missbrauch, Brutalität  und unmenschliches Verhalten in unseren Sportarenen:

Da lagen die beiden. Vergessen und allein in der feuchten Asche eines dunklen Fußballplatzes. Ihr gellender Schrei ließ mich zusammenzucken. „Nur ein Albtraum“, dachte ich Sekundenbruchteile später erleichtert, nachdem ich schweißgebadet aus dem Schlaf aufgeschreckt war. Nur ein Albtraum? Oder doch bittere Realität? Die Worte des Fußballtrainers schossen mir blitzartig  ins Gedächtnis: „Wir haben zwei Punkte liegengelassen“, hatte er nach dem Unentschieden gesagt. Liegengelassen, zurückgelassen, einfach vergessen.

Wie sind Punkte artgerecht zu lagern?

Wie oft, so fragte ich mich  in jener Nacht, wiederholt sich dieses Schreckensszenario in  unseren Sportarenen? Wie oft werden Punkte achtlos ihrem Schicksal überlassen? Sie sind begehrt, umkämpft und entscheiden über Meisterschaften, Abstiege und Trainerschicksale, und dennoch macht sich niemand Gedanken darüber, woher die Punkte kommen, wohin sie gehen, wer sie aufbewahrt und wie sie artgerecht zu lagern sind.

Mancher Trainer hat angeboten, sie aufgrund der eigenen Auswärtsschwäche dem kommenden Gegner einfach per Post zu schicken, um damit die Hinfahrt zu sparen. Das deutet daraufhin, dass die Auswärtsmannschaft sie gewöhnlich zum Spielort mitbringt. Und, dass sie von der Größe durchaus die strengen Normen der Deutschen Briefpost erfüllen.

Aber warum bleiben sie dann anschließend liegen? Warum führt man sie nicht wieder dem ursprünglichen Aufbewahrungsort zu? Was geschieht mit den vielen liegengelassenen Punkten? Was mit denjenigen, die seit Einführung der Drei-Punkte-Regel im Fußball bei einem Unentschieden nicht benötigt werden?

Punktologie steckt in den Kinderschuhen

Möglicherweise kommen sie zum Einsatz, wenn in einem Spiel zweier Abstiegskandidaten die Punkte doppelt  zählen. Die liegengelassenen könnten es sein, die manchmal am grünen Tisch verteilt oder dann und wann großzügig verschenkt werden. Aber dazu müsste man sie zunächst aufsammeln, einpacken oder einsacken. Fraglich ist jedoch, ob sie sich nach einem Spiel, in dem beide Mannschaften mit allen erlaubten und nicht erlaubten Mitteln auf Punktejagd gegangen sind, überhaupt noch in einem transportfähigen oder aufbewahrungswürdigen Zustand befinden.

Noch steckt die Punktologie, die Punkteforschung, in den Kinderschuhen. Niemand weiß etwa, warum Punkte stets in Zweier- oder Dreiergruppen auftreten, warum Fußballschiedsrichter bei groben Verstößen mit dem Finger auf den Punkt zeigen und niemand kann ermessen, ob eine Punkteteilung, das herzlose Auseinanderreißen, nicht irreparable psychische Schäden hinterlässt. Noch scheint die große Sportfamilie nicht bereit, sich mit dem Schicksal der Spezies Punkt auseinanderzusetzen.

Es scheint aber nur eine Frage der Zeit, bis das Bewusstsein für die massenhafte Punkteverschwendung auch den letzten Winkel unserer Sportspaßgesellschaft erreicht hat. Vielleicht ist es dann bereits zu spät – ganz im Sinne einer alten indianischen Prophezeiung, die sagt: Erst wenn der letzte Punkt verschenkt, der letzte Zähler liegengelassen und das letzte Punktepolster geschmolzen ist, werdet ihr sehen, dass man eine Saison ohne Punkte vergessen kann.“

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