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Tatenhausener Straße: Tempo 50 ist reine Marketingaktion

AsphaltHalle. Mit einer ungewöhnlichen Marketingaktion will die Stadt Halle auf ihre besonderen baulichen Leistungen aufmerksam machen. Wir treffen den Bauamtssprecher Rüdiger Rotmann an der neu asphaltierten Tatenhausener Straße. „Sehen Sie nur wie glatt“, sagt der 42-Jährige und streicht selbstvergessen über die Straßendecke. Dann legt er sich der Länge nach auf die Fahrbahn, als wolle er sie umarmen. Erst die Fanfare eines heranrauschenden Lkw, dessen Fahrer mit eindeutiger Gestik ausdrückt, was er von dieser Aktion hält, bringt Rotmann an den Straßenrand zurück. „Sehen Sie, viel zu schnell. Er merkt gar nicht, auf welch wunderbar glattem Untergrund er fährt. Was für ein Banause“, sagt er kopfschüttelnd und blickt dem 30-Tonner nach. „Deshalb haben wir diese Schilder aufgestellt“, erklärt Rotmann  und zeigt dabei auf die Dreierkombination (siehe Foto) aus 50-Stundenkilometer-Geschwindigkeitsbegrenzung, Ausrufezeichen im rotgerandeten Dreieck und dem Hinweis „neue Fahrbahndecke“.

Mercedes der Fahrbahndecken

„Wir wollen die Autofahrer dazu zwingen, dass sie wahrnehmen, wie schön wir diese Straße gemacht haben. Denn das ist nicht irgendein Asphalt. Das ist AC 32 TS“, sagt Rotmann ehrfurchtsvoll mit flüsternder Stimme und fügt hinzu: „Der Mercedes unter den Fahrbahndecken.“ Das aber könne man nur bei entsprechend niedriger Geschwindigkeit bemerken. Aus diesem Grund habe man die Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt und mit zwei weiteren Schildern auf die neue Decke hingewiesen

Polizei schickt Erinnerungsfotos

Unterstützt wird die Aktion von der Kreispolizeibehörde, die an einigen Stellen der Tatenhausener Straße Erinnerungsfotos von Fahrern schießt, deren Geschwindigkeit darauf schließen lässt, dass sie durch gedankenlose Raserei den neuen Belag nicht entsprechend würdigen. „Diese Erinnerungsfotos von der Fahrt auf AC 32 TS  werden automatisch zugeschickt“, erklärt Rotmann stolz. Allerdings nicht ganz kostenlos, gibt der Bauamtssprecher zu. Ein professionelles Polizeibild koste zwischen 10 und 600 Euro. „Ohne Rahmung natürlich“, stellt er klar. „Bei wiederholter Missachtung der Schönheit dieser Fahrbahndecke oder einer besonders krassen Herabwürdigung, die wir bei etwa 90 Stundenkilometer annehmen, ziehen wir die Fahrerlaubnis ein. Damit zwingen wir die Betroffenen quasi für mindestens einen Monat zu ihren Glück. Als Radfahrer oder Fußgänger können sie in dieser Zeit dieser wunderbaren Straße ganz nah zu sein“, erklärt Rotmann. Dann beginnt es zu regnen. „Schauen Sie, jetzt zieht sie für uns ihr schönstes Kleid an. Diese schwarze Perle. Wie sie glänzt“, sagt Rotmann versonnen. Noch einmal blickt er zurück: „Bis bald AC 32 TS.“

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