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Stadt Halle plant Hundekot-Biogasanlage

Im Dienst der Energiegewinnung: Jedes Häufchen zählt. Foto: © Carola Schubbel - Fotolia.com

Im Dienst der Energiegewinnung: Jedes Häufchen zählt. Foto: © Carola Schubbel – Fotolia.com

Halle (Kaisch). Spaziergänger beklagen zunehmend, dass Rasenflächen und Gehwege in der Lindenstadt mit Hundekot verschmutzt werden. Nachdem die Einrichtung von Hundeklos und Kontrollen des Ordnungsamtes keine nennenswerten Verbesserungen gebracht haben, will die Stadt Halle nun neue Wege gehen.

„Wir haben gesehen, dass drohende Strafen die Hundebesitzer nicht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem großen Geschäft ihrer Schützlinge veranlasst. Deswegen werfen wir nun alle Strategien über die Haufen und setzen zukünftig auf ein Belohnungssystem“, erklärt ein Sprecher des Ordnungsamtes. Die Strategie hierzu hat das Stadtplanungsbüro Pischen und Koten aus Peckeloh entwickelt. Demnach soll im Ravenna- Park die bundesweit erste Hundekot-Biogasanlage errichtet werden.

„Wir haben errechnet, dass ein Hund pro Tag durchschnittlich 500 Gramm hoch kalorische Biomasse produziert. Bei etwa 1400 Hunden in der Stadt macht das ungefähr 700 Kilo. Berücksichtigt man, dass aus den umliegenden Städten und Gemeinden noch einmal Biokotmasse in ähnlich großem Umfang hinzukommt, ständen etwa eineinhalb Tonnen organische Brennstoffmasse für die Verstromung zur Verfügung. Damit könnte der tägliche Energiebedarf des Ravenna-Parks locker gedeckt werden“, erklärt Planer Tim Schneuer.

Die Stadt Halle will bereits Anfang April die ersten Hundekot-Sammelstationen einrichten. „Es ist angedacht, zunächst in der Bürgerberatung sowie an der Kompostierungsanlage Wiegestationen zu installieren. Für ein Häufchen von 500 Gramm ist ein Preis von 1,20 Euro geplant. Der durchchschnittliche Hundebesitzer wird also für den Output seines Lieblings Monat für Monat mit 36 Euro entlohnt“, erklärt ein Sprecher des Haller Ordnungsamtes und fügt hinzu: „Bei diesem Preis lohnt es sich sogar, hinauszugehen und Fremdhäufchen zu sammeln. Gerade für Schüler und Studenten kann das zu einem lu-krativen Nebenjob werden.“ Allerdings, schränkt er ein, unterliege der Gewinn aus Hundekotgeschäften der Absatzsteuerpflicht.

Die braune Hundekot-Tonne: So soll sie aussehen. Foto: © Wendelin Weishaupt - Fotolia.com

Die rot-braune Hundekot-Tonne: So soll sie aussehen. Foto: © Wendelin Weishaupt – Fotolia.com

Langfristig ist geplant, für jeden Hundehaushalt eine Kottonne bereitzustellen. Diese rot-braunen sogenannten Bello-Behälter sollen dann im zweiwöchigen Rhythmus von Spezialfahrzeugen gewogen und anschließend geleert werden. „Wir werden jedoch stichprobenartige Kontrollen vornehmen, um sicherzustellen, dass beispielsweise kein minderwertiger, weil brennstoffärmerer Katzenkot oder Ähnliches unter die Hundeausscheidungen gemischt wird“, so der Sprecher weiter.

Die Hundekot-Biogasanlage im Ravenna-Park soll spätestens ab Juni in Betrieb gehen. „Ab Mitte Juni kann dann dort der gesamte Energieverbrauch aus heimischen, nachgleitenden Rohstoffen gewonnen werden“, verspricht ein Sprecher der Stadt und ergänzt: „Wir in Halle sind endgültig auf den Hund gekommen. Ab jetzt zählt, was hinten rauskommt.“

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