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St. Johanniskirche soll abgerissen werden

Andreas Kramme

Die Kirche soll Wohnhäusern weichen.

Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Und wo die Stadt bauen will, da müssen sich Grundstücksbesitzer eben manchmal von lieb gewordenem Boden trennen.  Umlegungsverfahren heißt das Zauberwort,  mit dem Grundstücke blitzschnell den Eigentümer wechseln. Wenn ein Privatgrundstück beispielsweise der geplanten Straße im Wege ist, wird der Besitzer überredet, ein Stück seines Grundes gegen Geld oder Ausgleichsfläche abzutreten – ob er nun will oder nicht.

Die Stadt Halle, als äußerst baufreudige Kommune, holt jetzt nach zahlreichen erfolgreich abgewickelten Überredungsverfahren zu einem neuen Handstreich aus. Der Kirchplatz, das sogenannte Herz von Halle, genügt nach Auffassung des Bauamtes nicht mehr den Ansprüchen moderner Stadtentwicklung. „Die Kirche ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, erklärte ein Sprecher. Das klobige, etwa 900 Jahre alte Bauwerk passe nicht zum filigranen zweigeschossigen Baustil der angrenzenden Fachwerkhäuser und sei darüber hinaus die meiste Zeit der Woche ohnehin ungenutzt, heißt es aus dem Rathaus. Weil man sich einen derartigen Leerstand im Zentrum der Stadt nicht leisten könne,  habe das Bauamt bereits eine Überplanung des Kirchplatzes durch das Büro Tischmann/Schrooten aus Rheda/Wiedenbrück veranlasst, sagte ein Behördensprecher.

Demnach sollen dort, wo heute noch die St. Johanniskirche ihren Turm in den Haller Himmel streckt, schon im kommenden Jahr moderne Gebäude für Generationen übergreifendes Wohnen entstehen. „Wir müssen an die Zukunft der Stadt denken. Angesichts der zahlreichen Industriebetriebe, die sich beispielsweise im Ravenna-Park ansiedeln, werden zentrumsnahe Wohneinheiten schon bald knapp werden“, lautet die einhellige Meinung des Stadtentwicklungsausschusses. Die evangelische Kirchengemeinde soll zum Ausgleich einen Platz an der Masch zugewiesen bekommen. „Die Gemeinde verbessert sich dabei sogar, weil dort die Parkplatzsituation deutlich günstiger ist als in der Innenstadt“, nennt ein Sprecher der Stadt Halle einen entscheidenden Vorteil, der für diese Ortslage spricht. Protesten von Seiten der evangelischen Kirche Westfalens, die der Stadt Raubrittertum und Methoden wie im Mittelalter vorhält, entgegnete der Sprecher lapidar: „Wir halten uns streng an die Gemeindeordnung. Die sollen mal die Kirche im Dorf lassen.“

 

 

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