Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Website. Durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. OK

. .

Schmuckatelier Marion Flethe WerbeFeld

Ratssitzungen jetzt mit Public Viewing

Jubel vor dem Rathaus: Ratssitzungen sollen übertragen werden. Foto: © JiSign - Fotolia.com

Jubel vor dem Rathaus: Ratssitzungen sollen übertragen werden. Foto: © JiSign – Fotolia.com

Halle (Kaisch). Die Stadt Halle hat auf jüngste Schlagzeilen reagiert, nach denen Lokalpolitiker zunehmend Anfeindungen ausgesetzt sind. „Wir wollen dagegenhalten, indem wir die Entscheidungsprozesse zum öffentlichen Event ausbauen“, erklärte ein Sprecher der Stadt. So sollen Ratssitzungen zukünftig als Public Viewing auf dem Ronchin-Platz übertragen werden. „Der Fußball macht es vor. Dieses Gemeinschaftsgefühl wollen wir in die Politik transferieren“, so der Sprecher.
Durchaus positiv sieht Fachbereichsleiter Jürgen »Jogi« Keil die neue Öffentlichkeitsstrategie. Der Herr der Vorlagen kündigt an, ähnlich wie Löw, zukünftig seine Pläne für die Rats- und Ausschusssitzungen erst 30 Minuten vor Beginn zu veröffentlichen. „So bleibt es bis zum letzen Augenblick spannend“, erklärt Keil. Die jüngste Verzögerung bei der Bekanntgabe der Haller Pläne für das kreisweite Gewerbeflächenentwicklungskonzept ist ein erster konsequenter Schritt in diese Richtung.
Begeistert zeigt sich Grünen-Politiker Dieter Jung von den Plänen und erklärte spontan, als erste Fraktion eine politische Fankultur zu installieren. „Wir werden die Nordiren des Stadtrates“, verspricht er. Schon in der kommenden Woche soll mit dem Verkauf von grünen Grünen-Fanshirts begonnen werden. Auch einen Song haben Jung und Co. ganz nach nordirischem Vorbild bereits eingeübt: »Na na na na na na na, we Greens on fire.«

SPD singt »God save the Queen«

Die SPD hingegen plant, im Rat, ähnlich wie die englischen Fans, im Viertelstundenrhythmus »God save the Queen« anzustimmen. „Doch nur so lange, wie die Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann heißt“, erklärte der Fraktionschef Wolfgang Bölling. Noch entschlossener geht der SPD-Nachwuchs in die Fan-Offensive. Torsten Indiesteln: „Wir sind mit 14 Sitzen die stärkste Fraktion im Rat. Das müssen wir kommunizieren. Indiesteln will alle SPD-Mitglieder in rote Trikots kleiden und die Shirts mit 14 Sternen über dem SPD-Logo versehen.
Der Vorschlag der CDU, jede Fraktion solle zum Lied „Oh Halle, Du Perle Westfalens“ in den Ratssaal einziehen und dabei Kindergartenkinder an der Hand führen, findet bei den Ein-Mann-Fraktionen im Rat wenig Anklang. „Alleine einmarschieren, das ist doch albern“, erklärten Klaus Peter Kunze (FDP) und Thomas Andres (STU), unisono. „Kein Problem“, erwidert CDU-Fraktionschef Hendrik Schaefer und fügt hinzu: „Alle Fraktionen werden euren Einmarsch mit »You’ll never walk alone« begleiten.“
„Befremdlich“ findet Schaefer hingegen, dass er jüngst beim Betreten der Fraktionssitzung mit dem Lied „Einen Henne Schäfer, es gibt nur einen Henne Schaefer“ von den Kollegen empfangen wurde und fügt hinzu: „Das geht einfach zu weit. Zumal man von mir nun erwartet, dass ich mir, wie das Vorbild für den Song, eine Rudi-Völler-Dauerwelle und Schnäuzer stehen lasse.“

Orange trägt nur die Müllabfuhr

Auch die UWG ringt noch um das richtige Konzept für einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt und sucht vor allem nach einer geeigneten Trikotfarbe. „Unsere Farbe Orange ist verpönt“, sagt der UWG-Vorsitzende Manfred Stockhecke beim Pressegepräch auf dem Haller Kirchplatz und ergänzt: „Wir müssen unbedingt verhindern, dass uns die anderen mit »Orange trägt nur die Müllabfuhr« verhöhnen. Der UWG-Fraktionssprecher Karl-Heinz Wöstmann schlägt stattdessen vor, dass sich die drei UWG-Ratsmitglieder in Trikots der englischen Nationalmannschaft kleiden. „Wir sind die »Three Lions« von Halle“, sagt er und stimmt, wie zur Bestätigung »Football’s Coming home« an. Doch schon bald wird er übertönt. Eine grün gewandete Horde umringt ihn hüpfend und singend. „Na na na na na na na, we Greens on fire“ schallt es über den Kirchplatz. Gleichzeitig nähert sich ein Trupp in knallroten Trikots. Ihr »Die Nummer eins der Stadt sind wir« mischt sich mit dem Grünengesang zu einer Kakophonie schräger Töne. Auch, weil eine Abordnung in schwarzen Hemden, angeführt von einem schnauzbärtigen Mann mit Vokuhila-Frisur geräuschvoll dem einzigartigen Henne Schaefer huldigt. Auf dem Kirchplatz herrscht ausgelassene Feierstimmung. Nur zwei einsame Männer stehen ein wenig abseits und winken unbemerkt mit ihren kleinen Fähnchen. Manchmal geht man eben doch allein.

Keine Kommentare bis jetzt

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Sie können folgende Tags nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>