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Mit TV-Fernbedienungen Tankstellenpreise manipuliert

Foto2Halle. Eine Betrügerbande aus Steinhagen hat zwei Jahre lang mit Hilfe umgebauter TV-Fernbedienungen die Preistafeln an deutschen Tankstellen manipuliert. Das ist jetzt bei einer Routinekontrolle in Halle aufgedeckt worden. Eine Polizeistreife hatte im Vorbeifahren zufällig beobachtet, wie ein Mann vor einer Tankstelle an der Alleestraße eine Fernbedienung in  Richtung der elektronischen Anzeigetafel gehalten hatte. „Gleichzeitig purzelten dort die Preise. Das kam uns verdächtig vor“, berichtete einer der Beamten.  Als die Polizisten daraufhin die Personalien der beiden 28- und 29-jahre alten Männer überprüfen wollten, entdeckten sie im Inneren ihres VW-Bullis 30 Kartons mit über 1500 Fernbedienungen.

„Es handelt sich hierbei tatsächlich um herkömmliche TV-Handgeräte, denen jedoch ein Microship eingepflanzt wurde. Dieser macht aus der einfachen elektronischen Fernbedienung einen internetfähigen Mini-Computer. Bei Aktivierung hackt er sich automatisch in die Intranetsysteme der Tankstellenketten ein und hat damit unter anderem Zugriff auf elektronische Preistafeln und Zapfsäulen“, erklärt ein Sprecher der Polizeidienststelle für Internetkriminalität in Bielefeld. Die Geräte, so haben Recherchen des Kaiserschmarrns ergeben, wurden bundesweit und auch in Altkreis zu einem Preis von 99 Euro auf Flohmärkten angeboten. Für die Käufer und Verkäufer ein lohnendes Geschäft. „Wenn ich bei jeder Tankfüllung den Preis um 10 Cent reduziere, habe ich das nach 15 bis 20 Tankvorgängen wieder raus“, so der Polizeisprecher.

„Jetzt haben wir endlich eine Erklärung dafür, warum die Preise in den vergangenen Monaten so großen tageszeitlichen Schwankungen ausgesetzt waren“, sagte ein Tankstellenpächter in Halle und fügte hinzu: „Und wir dachten, das sei von der Zentrale bewusst so gesteuert worden, um die Gewinne zu erhöhen.“ Die Tankstellenketten in Deutschland haben bereits reagiert und angekündigt, die Preise in den kommenden Tagen pauschal um 45 Cent pro Liter zu erhöhen. „Damit gleichen wir die erlittenen Verluste aus. Außerdem müssen wir ja davon ausgehen, dass noch immer tausende dieser Geräte im Umlauf sind“, sagte ein Sprecher des Kartellverbandes der Ölmultis Deutschlands (KÖD) und fügte hinzu: „Damit ist klar bewiesen, dass die Vorwürfe von Preisabsprachen unter den Tankstellenketten in diesem Land jeder Grundlage entbehren.“

Die Polizei weist indes ausdrücklich daraufhin, dass der Einsatz der Fernbedienungen gesetzeswidrig ist und den Straftatbestand des schweren Tankbetrugs erfüllt. „Das kann Haftstrafen von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen. In besonders schweren Fällwn müssen die Täter sogar damit rechnen, zu vier Jahren Tanken am Vormittag verurteilt zu werden“, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft in Bielefeld.

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