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Mit Antibiotika belastet: Gehacktes nur noch auf Rezept

© ro18ger/pixelio.de

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Antibiotika-Rückstände im Schweinekotelett, Cortison-Reste in der Putenbrust, bedenklich hohe Hormonkonzentrationen im argentinischen Rindersteak. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat jetzt die Konsequenzen aus der zunehmenden Verunreinigung von Fleischprodukten mit Arzneimitteln gezogen.„Ab dem 1. Juli werden Fleisch- und Wurstwaren nur noch auf Rezept erhältlich sein“, sagt Jörg Schäffer vom BMG. Bei Hackfleisch beispielsweise sei an eine maximale Abgabemenge von 840 Gramm pro Quartal und Kunde gedacht. „Mehr ist aufgrund der gefundenen Antibiotikakonzentrationen medizinisch nicht vertretbar“, so Schäffer weiter. Für Kinder und Säuglinge seien die Abgabemengen entsprechend geringer.  Der BMG-Sprecher betont, Hackfleisch sei wie alle anderen Wurst- und Fleischsorten auch weiterhin im Kühlregal der Supermärkte und im Fleischerfachhandel erhältlich. Die Abgabe erfolge jedoch nur noch auf Vorlage des entsprechenden Rezepts. „Die Patienten müssen natürlich, wie bei allen anderen Arzneimitteln auch, die Rezeptgebühr von zehn Prozent des Verkaufspreises errichten“, sagt Schäffer.

Nicht nur deswegen läuft der deutsche Fleischer-Verband (DFV) Sturm gegen die geplanten Neuerungen. Der Industriezweig rechnet aufgrund der Rationierung mit massiven Umsatzeinbrüchen. „Außerdem kommen immense  Kosten auf uns zu“, sagt Hans-Hermann Poularde vom DFV. Darunter zählt er die Aufwendungen für die Einrichtung eines völlig neuen Ausbildungsberufs. Die Zulassung des Berufsbildes „Medizinisch-technische Fleischereifachverkäuferin“ ist bereits bei der IHK beantragt. Poularde: „Nur so können wir die Anforderungen erfüllen, die der Beipackzettel, der zukünftig jeder Fleisch- und Wurstware beigelegt werden muss, uns auferlegt: Über Risiken und Nebenwirkungen lesen sie den Wurstreport oder fragen Sie ihren Arzt oder Metzger.“

Kritik kommt auch vom Dermatologen-Verband, der beispielsweise bemängelt, dass der Beipackzettel für Schweinemett empfiehlt, bei Hautentzündungen kleine Mett-Röllchen auf die entsprechenden Stellen zu legen. „Sicher enthält Mettfleisch entzündungshemmende Antibiotika und Corticoide. Aber aufgrund der ebenfalls massiv vorhandenen Antibiotika-resistenten Keime, die im Mett zu finden sind, raten wir dringend von der äußerlichen Anwendung von rohem Mettfleisch ab. Ansonsten könnte es zu Superinfektionen kommen, die dann nicht mehr zu kontrollieren sind“, erklärte Dr. Dirk Ubitus vom Verband der Hautärzte und rät stattdessen zu einem alten Hausmittel: Frikadellenwickel.

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