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Männer wollen lieber allein tanzen

Lieber allein: Wie dieser Mann, denken knapp 90 Prozent aller Tanzsportinterten. Foto: © Piotr Marcinski – Fotolia.com

Lieber allein: Wie dieser Mann, denken knapp 90 Prozent aller Tanzsportinteressierten. Foto: © Piotr Marcinski – Fotolia.com

Altkreis Halle (Kaisch). Eine Umfrage des Verbandes Deutscher Tanzlehrer (VDT) unter insgesamt 1300 Tanzsportinteressierten hat ein überraschendes Ergebnis erbracht. Demnach gaben 83,5 Prozent der befragten Männer an, dass sie es vorziehen, Standardtänze lieber ohne Partnerin zu tanzen. Bei den Frauen waren lediglich 12,7 Prozent dieser Auffassung. „Das ist ein überraschendes Resultat“, sagt Michael Stallmann von der Tanzschule Stüwe Weissenberg in Halle und fügt hinzu: „Wenn das stimmt, müssen wir unser Angebot komplett neu überdenken.“

Die Befragten hatten erklärt, dass eine gemeinsame Schrittabstimmung mit der Partnerin die korrekte rhythmische Bewegung im Takte der Musik nur unnötig verkompliziert. „Wenn ich mich alleine durch den Raum bewege, kann ich mich voll auf meine Schrittsequenzen konzentrieren und muss dabei nicht etwaige Wackler oder Fehlschritte meiner Partnerin ausgleichen“, erklärte beispielsweise der Steinhagenener Lothar Schmechte und fügt hinzu: „Der Solo-Standardtanz gibt mir zudem die Möglichkeit, spontan zu improvisieren.“

Auch fühlen sich nach Ergebnissen der Umfrage viele Männer unter einem ungeheuren psychischen Druck. „Ich soll führen und immer für beide vorausdenken. Und wenn dann mal was schief geht, habe ich stets die Arschkarte gezogen und werde womöglich sogar beschimpft“, sagt Schmechte.

Den Einwand, standardmäßig solo zu tanzen, widerspreche dem Grundanliegen des Tanzes nach Gemeinsamkeit und Begegnung mit der Partnerin, will Schmechte nicht gelten lassen. „Was nützt mir alle Gemeinsamkeit, wenn man sich gegenseitig dann doch nur auf den Füßen steht?“, fragt er provokant und fügt hinzu: „Außerdem kann ich mich ja noch nach dem Tanzen mit meiner Frau austauschen.“

Michael Stallmann nimmt das Ergebnis der Umfrage sehr ernst: „Sicherlich ist es gewöhnungsbedürftig, wenn man sieht, wie sich Männer mit imaginären Partnerinnen im Arm durch den Tanzsaal bewegen. Aber vielleicht ist das ja eine Möglichkeit, um den Tanzsport einem noch breitem Publikum zu öffnen.“ Stallmann überlegt, ab Mitte März einen Solo-Tango-Kurs für Männer anzubieten. „Wer anschließend zum traditionellen Paartanz wechseln will, kann das ohne Probleme tun. Die Schritte sind die gleichen“, versichert der Gütersloher Tanzsportexeperte.

Auch das Problem der Angst vieler Männer, bei der Damenwahl von einer Frau aufgefordert zu werden, mit der man lieber nicht tanzen möchte, wäre damit gelöst. „Ob ich tanzen will oder nicht, entscheide ich einvernehmlich mit meinem Tanzpartner. Also mit mir“, sagt Jochen Schöne aus Werther, der bereits seit Jahren ein begeisterter Eintänzer ist.

Derweil haben die im internationalen Tanzsportverband organisierten Frauen Protestaktionen angekündigt. Unter dem Motto „Allein tanzt nur das Schwein“ will man bundesweit Solotanzveranstaltungen aufsuchen und dort konsequent die anwesenden Männer zum Tanz bitten. „Da wird es rundgehen“, verspricht Sprecherin Paula Peters und kündigt reichlich Rumba, Ruma täterää an.“

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