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Kartenspiele auf dem Handballfeld

Regeländerung: In der kommenden Saison werden die Schiedsrichter im Handball die Fragezeichenkarte zücken. Foto: HK

Regeländerung: In der kommenden Saison werden die Schiedsrichter im Handball die Fragezeichenkarte zücken. Foto: HK

Altkreis Halle (Kaisch). Jüngst hat der Welthandballverband Regeländerungen bekanntgegeben und dabei unter anderem die Einführung einer blauen Karte verkündet. Diese dritte Kartenfarbe nach Gelb und Rot ist jedoch längst nicht das Ende des Kartenstapels. In einem Pilotprojekt will der westfälische Handballverband bereits in der kommenden Saison drei weitere Karten herausbringen. Die Pläne dafür erläuterte der Vorsitzende des HVW, Jürgen Schlötte, jetzt exklusiv dem Kaiserschmarrn. „Wir schlagen damit die Brücke zwischen modernem Handball-Regelwerk und westfälischer Kartenspieltradition“, sagt Schlötte. Geplant ist, die Unparteiischen zusätzlich zu gelber, roter und blauer Karte mit einer Herzacht, einer Piksieben und einer Fragezeichenkarte auszustatten.
„Wenn Spieler, wie immer häufiger zu beobachten, bei einem Erfolg mit geballter Faust provozierend in Richtung gegnerischer Mannschaft jubeln, können die Schiedsrichter ab sofort die Herzacht ziehen. Dann muss der Akteur anschließend zur Beruhigung einen Angriff, aber höchstens 27 Pässe seiner Mannschaft aussetzen“, erklärt Schlötte.
Der ehemalige Regionalliga-Schiedsrichter und passionierte Mau-Mau-Spieler fügt hinzu: „Die Piksieben bedeutet beim Mau-Mau, dass der nächste Spieler zwei Karten ziehen muss. Das soll nun auch auf dem Feld gelten. Geraten zwei Akteure aneinander, zieht der Schiri die Sieben und das heißt: Ihr zwei verzieht euch jetzt. Dabei kann er, falls die Situation weiter eskalieren sollte, zur Unterstützung an die Gesäßtasche greifen, womit er unmissverständlich signalisiert: „Schluss jetzt. Sonst zieh’ ich die Arschkarte.“

Siebenmeter oder Ereigniskarte

Revolutionär ist eine weitere Regeländerung: Beim Siebenmeter hat ein Spieler zukünftig die Wahl, den Strafwurf auszuführen oder aber am Zeitnehmertisch eine Ereigniskarte zu ziehen. Den darauf stehenden Anweisungen hat er Folge zu leisten“, so Schlötte. Beispielsweise können seinem Team im Glücksfall zwei Tore gutgeschrieben werden, oder er kann einen Teil der Eintrittsgelder gewinnen. Es kann aber auch eine Bestrafung und sogar der Gang auf die Tribüne drohen. „Gehen Sie auf die Tribüne. Begeben sie sich direkt dorthin. Gehen Sie nicht über die Kabine. Ziehen Sie keinen Trainingsanzug an“, zitiert Schlötte mit erhobenem Zeigefinger eine solche, bereits ausformulierte Ereigniskarte und ist sich sicher: „So wird der Handball noch unberechenbarer und spannender.“
Neben dem Mehr an Regeln und Karten dürfen Schiedsrichter jedoch zukünftig auch auf Entlastung hoffen. „Jedes Gespann hat zukünftig die Möglichkeit, zweimal pro Halbzeit eine mit einem Fragezeichen versehene sogenannte »Ich-weiß-es-doch-auch-nicht-Karte« zu ziehen. Geschieht das, wird das Spiel exakt für 93 Sekunden unterbrochen. Die Schiedsrichter können in dieser Zeit entweder einen Zuschauer ihres Vertrauens befragen, ein Bier trinken gehen oder ihre Mutter anrufen“, erklärt Schlötte.
Bis zum Saisonstart wartet auf Schlötte und die Offiziellen des Handballverbands noch eine Menge Arbeit. „Wir müssen die Spielberichte komplett neu gestalten“, sagt er. Möglicherweise sitzen Sekretäre und Zeitnehmer daher zukünftig vor einem Spielbrett in DIN-A1-Format. Entsprechende Verhandlungen mit dem Ravensburger Spieleverlag laufen.

 

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