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Jäger haben auch Kühe und Pferde erlegt

© noxmox - Fotolia.com

Immer mehr Jäger haben Schwierigkeiten, ihr Ziel zu erkennen. Foto: © noxmox – Fotolia.com

Kreis Gütersloh. Jäger im Kreis Gütersloh haben im vergangenen Jahr 373 Katzen abgeschossen. Das ist die bittere Wahrheit. Doch die Realität stellt sich noch weitaus dramatischer dar. Denn wie der Kaiserschmarrn exklusiv erfahren hat, waren diese Abschüsse keineswegs bewusste Handlungen zum Schutz des Niederwilds, wie die Kreisjägerschaft stets behauptet, sondern das Ergebnis der zunehmenden Fehlsichtigkeit unter den Jägern.

Die Bundesstatistik belegt, dass ein erheblicher Prozentsatz der Weidmänner älter als 60 Jahre ist, ein Großteil von ihnen hat sogar die 70 überschritten. „Da sieht man eben nicht mehr ganz so gut, und so werden sogar tagsüber die Katzen grau“, sagt  Dr. Günter Gestell vom Fachverband deutscher Augenärzte lachend. Für viele Jäger im höheren Alter, so Gestell,  werde es deshalb immer schwerer, innerhalb von Sekunden zu entscheiden, ob sie nun einen Fuchs oder einen roten Kater vor der Flinte haben.

Doch Katzen sind beileibe nicht die einzigen Opfer. Das aber verschweigt die Statistik des Kreisjägerverbandes ganz bewusst. Der Kaiserschmarrn hat indes aufgedeckt, dass auch 52 Kühe, 41 Pferde, 12 Hausschweine, eine komlette Schafherde, ein Elefant und 18 Jagdhunde von den Jägern im Kreis zur Strecke gebracht worden sind. „Die schießen auf alles, was vier Beine hat“, erklärt ein Sprecher der Tierschutzorganisation Animal Rights. In der vergangenen Woche soll ein Jäger in Kölkebeck minutenlang auf einen alten Wohnzimmertisch gefeuert haben, den jemand am Waldrand entsorgt hatte.

Ab 65 Jahren: Jagd nur noch mit computergesteuerter Zielerkennung

Der Kreisjagdverband widerspricht vehement dieser Darstellung. „Der Küchentisch hielt sich 300 Meter vom nächsten Haus auf, da musste unser Jagdbruder handeln. Auch die anderen Zahlen sind frei erfunden. Es waren nur 51 Kühe und der Elefant war wirklich ganz klein und sah tatsächlich einer langnasigen Elchkuh zum Verwechseln ähnlich“, erklärte Jagdverbandssprecher Kurt Nachtgeweih. Der Dickhäuter sei zudem 350 Meter vom nächsten Haus entfernt allein auf einer Wiese angetroffen worden. Die Wohnwagen der Zirkusleute seien keine Häuser im Sinne des Jagdrechtes, betonte Nachtgeweih.

Wie der Kaiserschmarrn jetzt erfuhr, hat die Kreisjägerschaft trotz dieser Beschwichtigungen bereits erste Maßnahmen in die Wege geleitet. So soll, laut einem Geheimpapier, die Jagd für Weidmänner ab 65 Jahren nur noch dann erlaubt sein, wenn ihre Waffe mit einer computergesteuerten Zielerkennung versehen ist. Das von der Bundeswehr entwickelte Gerät teilt dem Schützen beim Anvisieren automatisch mit, was er vor der Flinte hat. „Sie zielen auf ein Meerschweinchen. Sind sie sicher, dass sie fortfahren wollen.“ So könnte es zukünftig  in ostwestfälischen Jagdrevieren heißen. Da jedoch ab einem Alter von 65 Jahren auch das Gehör nachlässt, empfiehlt der Jagdverband allen Katzen- und Nutztierbesitzern, ihre Lieblinge mit weithin sichtbaren Leuchtwesten auszustatten, auf denen in großen Lettern die jeweilige Gattung, also beispielsweise »KATZE«, vermerkt ist. Darüber hinaus bittet der Verband die Bevölkerung um Mithilfe: „Wenn sie einen Jäger sehen, der statt eines Fuchsschwanzes einen Katzenschwanz am Autospiegel befestigt hat, weisen sie ihn bitte freundlich auf den Fehler hin und empfehlen sie ihm, Kontakt mit dem nächsten Augenarzt aufzunehmen.“

Foto: © noxmox – Fotolia.com

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