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Hüttendorf- Museum lehrt effektiven Protest

Das Hüttendorf-Museum: So könnte das dem Original nachempfundene Museum aussehen. Foto: HK

Das Hüttendorf-Museum: So könnte das dem Original nachempfundene Museum aussehen. Foto: HK

Halle (Kaisch). Immer mehr Menschen im Altkreis äußern ihren Unmut über die negativen Auswirkungen des Autobahnbaus. Darauf hat die Stadt Halle nun reagiert und will einen zentralen Ort des Protestes schaffen. Direkt neben der A 33-Trasse plant sie die Errichtung eines HüttendorfMuseums. Die neue Touristenattraktion soll zum einen Eventcharakter besitzen und darüber hinaus einen bewussten Kontrapunkt zum Heilewelt-Szenario der Autobahnplaner setzen.
Nach Vorstellungen der Stadt soll das Hüttendorf-Museum in Tatenhausen etwa in der Mitte zwischen Autobahn und Schloss errichtet werden. „Ein Ort des Erinnerns zwischen Vergangenheit und Zukunft. Eine Reminiszenz an die alte Protestkultur. Ein Mahnmal, eingebettet in die Natur und doch der Naturzerstörung so nah. All das wird unser Hüttendorf 2.0 sein“, erklärte ein Sprecher der Stadt Halle voller Stolz.
Über die bloße Touristen-attraktion als Museumsdorf hinaus soll es nach Vorstellung der Haller Stadtväter aber vor allem ein Ort werden, an dem die heimische Bevölkerung ihrem Ärger über den Autobahnbau Ausdruck verleihen kann. Vergangenen Montag war es in Künsebeck vor dem Minigolfplatz erstmals zu Protesten der neu gegründeten Pogada-Bewegung (Passionierte Ostwestfalen gegen die Autobahnisierung des Altkreises) gekommen. Um der Gefahr eines aufkommenden Wutbürgertums früh den Wind aus den Segeln zu nehmen, wollen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung schnell handeln. „Wir werden den Ärger und die Unzufriedenheit kanalisieren – und zwar ins Hüttendorf. Hier kann dann ungestört nach Lust und Laune protestiert, demonstriert und gegrölt werden, ohne dass dadurch jemand gestört wird“, so der Stadtsprecher und verrät weitere Details:

Workshops zum richtigen Protest

„Zur Eröffnung wollen wir Workshops zum Thema »Wie protestiere ich richtig« anbieten. Nach dem Einführungskurs »Was ist eigentlich eine Demonstration?«, der sich vor allem an angepasste Schüler und Jugendliche richtet, werden in den sich anschließenden Seminaren die Kenntnisse in der Kunst des effektiven Protests vertieft.
Für die Veranstaltungen »Lass es einfach raus – Demosprüche und 
-lieder für alle Anlässe« (Kurs 2A); »Bringen Sie Farbe in die Demo: Wir basteln Farbbeutel und üben realitätsnah an Polizistenattrappen« (Kurs 2B); »Putz die Platte, bevor das Räumkommando kommt: Wir spannen Seile in den Bäumen und sind schon weg, wenn die anderen uns noch suchen« (Kurs 2C) und »Faszination Fessel: Lernen, sich stilvoll anzuketten. Wir bleiben fest, wenn der Feind räumen will« (Kurs 2D) sind noch einige wenige Plätze frei. Alle Kurse werden von erfahrenen Hüttendörflern geleitet und sind sowohl für Anfänger als auch für Wutbürger mit Vorkenntnissen geeignet.
Allerdings regt sich bereits hochherrschaftlicher Widerstand gegen diese Pläne. „Egal, ob von der Stadt oder jemand anders geplant: In meinem Wald wird kein Hüttendorf entstehen“, erklärte Baron Teuffel von Birkensee und kündigte an, sich gegebenenfalls vor dem Rathaus anzuketten.
¦ Mehr Satire unter www.der-kaiserschmarrn.com.

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