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Fleischfressende Pflanzen ausgebrochen

Gartencenter Brockmeyer Foto: N. Donath

Spurlos verschwunden: Von hier sind die fleischfressenden Pflanzen ausgebrochen. Foto: N. Donath

Altkreis Halle (Kaisch). Experten hatten schon lange gewarnt. Jetzt ist es passiert. In der vergangenen Nacht ist aus dem Gartencenter Brockmeyer in Künsebeck ein Rudel fleischfressender Pflanzen ausgebrochen. „Wir stehen vor einem Rätsel. Eigentlich gilt diese Art als äußerst bodenständig“, sagte ein Unternehmenssprecher. Ersten Ermittlungen zufolge sind die Karnivoren durch ein auf Kippe stehendes Fenster gerankt und haben das Betriebsgelände anschließend in südliche Richtung verlassen. „Für Menschen besteht aller Voraussicht nach keine Gefahr“, erklärt Professor Dr. Christoph Menheimer von der biologischen Fakultät der Universität Bielefeld und ergänzt: „In der Regel besteht ihre bevorzugte Beute aus kleinen Insekten, wie Mücken und Fliegen. Die hier ausgebrochenen größeren Exemplare aus der Gattung der Kannenpflanzen können aber auch kleine Säugetiere, wie Mäuse, verdauen.“

Vegetarier sind gefährdet

Nicht klar ist, ob das untypische rudelhafte Auftreten der Pflanzen, die eigentlich als Einzelgänger gelten, eine Änderung des Jagdverhaltens nach sich zieht. „Möglicherweise wagen sich die tropischen Gewächse im Verbund nun auch an größere Tiere heran“, spekuliert Menheimer. Er rät daher zur Vorsicht und empfiehlt, Hunde im Umkreis von 23 Kilometern um Künsebeck nur an der Leine zu führen, Katzen nicht mehr aus dem Haus zu lassen und Kaninchenställe gut zu verschließen. Sollten Spaziergänger auf ein Rudel fleischfressender Pflanzen treffen, gelte es vor allem, die Ruhe zu bewahren. „Reizen sie die Pflanzen nicht, machen sie keine hastigen Bewegungen und beißen sie auf keinen Fall in ein mitgeführtes Salatblatt“, so Menheimer. Vor allem Vegetarier könnten nach Ansicht von Menheimer aufgrund ihres Körpergeruchs von den Pflanzen als feindlich eingestuft werden.

Fleischverarbeitende Betriebe verstärken Wachpersonal

Die Kannenpflanzen können mit ihrem reich verzweigten aber flachen Wurzelsystem Geschwindigkeiten von bis zu sieben Stundenkilometern erreichen. „Wir vermuten, das Rudel ist, von entsprechenden Beutelockstoffen angezogen, in Richtung Versmold unterwegs. Die dortigen fleischverarbeitenden Betriebe haben bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen, das Wachpersonal verdoppelt und mit langklingigen Macheten ausgerüstet.“

Plant Health fordert Einsatz von Bestäubungsgewehren

Pflanzenschützer warnen jedoch vor unüberlegten Aktionen. Wie ein Sprecher von Plant Health Deutschland erklärte, fordere man dazu auf, die Pflanzen nicht zu töten, sondern sie stattdessen mit einem gezielten Schuss aus einem Bestäubungsgewehr rankunfähig zu machen.
Derweil hat Brockmeyer nach Informationen des Kaiserschmarrns sein Sicherheitssystem erheblich verstärkt. „Die jüngsten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Freihaltung von Pflanzen ein gewisses Risiko birgt. Karnivoren werden wir daher zukünftig ausschließlich in Maschendrahtkäfigen halten und zusätzlich durch elektrische Wurzelfesseln sichern“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

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