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Bunselmeyer-Rückzug macht betroffen

Geschlossen: Das Geschäft an der Bahnhofstraße. Foto: Nicole Donath

Geschlossen: Das Geschäft an der Bahnhofstraße. Foto: Nicole Donath

Bunselmeyer schließt das Geschäft an der Kättkenstraße und stellt auch die Existenz der Buchhandlung in der Bahnhofstraße in Frage. Viele Menschen in Halle haben in den sozialen Netzwerken betroffen auf diese Nachricht reagiert. Die Kaiserschmarrn-Redaktion erreichten mehrere Stellungnahmen, die das Meinungsbild wiedergeben.
Mandy Krolczik aus Gartnisch schrieb in ihrer Mail: „Ich war jahrelang Kundin bei Bunselmeyer. Ob es nun darum ging, den richtigen Füller für meine Kinder zu finden, oder einen ergonomisch passenden Schulranzen: Stets haben mich die netten Damen gut beraten. Nur so konnte ich anschließend das richtige Produkt bei Amazon im Internet bestellen und habe so manchen Euro gespart. Jetzt muss ich demnächst womöglich nach Bielefeld fahren, um mich zu erkundigen. Es ist schlimm. Die Haller Geschäftswelt wird immer ärmer.“
Ähnliche Bedenken äußert der gebürtige Haller Frank Roschewski. „Wo bitte soll ich künftig vorher die Bücher anlesen, die ich im Internet kaufen will? Klar, in Halle bieten mehrere Einkaufsmärkte die neuesten Bestseller an. Aber meistens sind die da eingeschweißt. Und außerdem kennen sich die Mitarbeiter überhaupt nicht aus, wenn ich mal Fragen zu den Büchern habe. Wieder einmal müssen wir Kunden leiden. Halle wird zur Dienstleistungswüste.“

Einzelhandel kündigt mutwillig duales Marktsystem auf

Geschlossen: Das Geschäft an der Kättkenstraße. Foto: Nicole Donath

Geschlossen: Das Geschäft an der Kättkenstraße. Foto: Nicole Donath

Auf Anfrage des Kaiserschmarrns äußerte sich Markus Bucklett, Sprecher von Amazon Ostwestfalen/Lippe, zu der Problematik: „Unser Unternehmen bedauert ausdrücklich, dass vor Ort immer mehr kleinere Geschäfte den Betrieb aufgeben. Damit kündigt der Einzelhandel mutwillig das duale Marktsystem auf, das sich in Deutschland über Jahre bewährt hatte. Bislang waren die Aufgaben klar und gerecht verteilt. Die Buchhändler haben den Kunden informiert und Steuern bezahlt, wir uns um die Auslieferungslogistik gekümmert und den Gewinn verwaltet.“ Weil sich nun immer mehr Geschäfte aus dem dualen Marktverbund und der damit verbundenen Beratungsaufgabe zurückziehen, sieht der Amazonsprecher eine stetig steigende Rücksendungsquote auf den Internetversandhandel zukommen. „Uns bleibt dann nichts anderes übrig, als die Kostensteigerungen an die Kunden weiterzugeben“, so Bucklett. Gleichzeitig fordert er die Bundesregierung auf, die erdrückende Steuerquote von über einem auf unter 0,1 Prozent zu senken und fügt hinzu: „Nur so können wir den Fortbestand von tausenden Arbeitsplätzen im nachgefragten Niedriglohnsektor garantieren.“
Mandy Krolczik und Frank Roschewski hilf das nicht weiter. Für die beiden Amazon-Prime-Kunden wird das Leben nun schwieriger. „Vielleicht kann man ja die Bunselmeyer-Mitarbeiterinnen später auch privat anrufen“, sagt Krolczik und fügt hinzu: „Wo ich doch so eine gute Kundin war.“

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