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Bundestagswahl: Klute oder Brinkhaus? Wir kennen den Sieger

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Gütersloh. Allensbach, Forsa, Infratest dimap – die Marktforschungsinstitute liefern sich ein Duell um die beste Wahlprognose. Der Kaiserschmarrn jedoch weiß längst, wie es ausgehen wird – zumindest im Wahlkreis Gütersloh. Wir haben den russischen Hellseher und Wunderheiler Igor Prtenko befragt. Er sagt minutiös voraus, was am  Sonntag im Gütersloher Kreishaus geschehen wird:

17.16 Uhr: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralf Brinkhaus trifft im Kreishaus ein.

17.23 Uhr: SPD-Kandidat Thorsten Klute betritt das Foyer und nickt Brinkhaus zu. Beide lächeln uversichtlich.

17.45 Uhr: Gut 200 Zuschauer starren im großen Sitzungssaal auf die Leinwand und warten gespannt auf die erste Prognose.

18.04 Uhr: Das ZDF sieht CDU und FDP vorne, die ARD prognostiziert hingegen keine Mehrheit für Schwarz-Gelb.

18.27 Uhr: Erste Ergebnisse aus dem Kreis – Thorsten Klute gewinnt Versmold, Halle, Steinhagen und Werther. Brinkhaus ist in Schloß-Holte, Verl und Gütersloh der Sieger.

18.33 Uhr: Klute liegt überraschend vorn. Nur noch das Ergebnis aus Rietberg fehlt.

18.37 Uhr: Der Wahlleiter in Rietberg meldet einen erdrutschartigen Sieg für die SPD. Die Sensation: Klute holt die CDU-Hochburg mit 58 Prozent der Stimmen.

18.38 Uhr: Brinkhaus ist blass und muss von zwei Mitgliedern der Jungen Union gestützt werden. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, rufen die Genossen. Immer wieder starren sie ungläubig auf die Leinwand. Doch da steht es: 58 Prozent in Rietberg.

18.40 Uhr: Irgendjemand hat einen Ghettoblaster besorgt. Hannes Waders Arbeiterlieder klingen durch das Kreishaus.

18.41 Uhr: Angeführt vom Kreisvorsitzenden Hans Feuß startet die SPD zur Polonäse. „Wir sind die Moorsoldaten….”

18.43 Uhr: Hannes Wader singt: „Heute hier, morgen dort.“ Dabei fällt Thorsten Klute ein, dass er noch keine Wohnung in Berlin hat und ruft sofort einen Makler an.

18.45 Uhr: Der unterlegene Ralf Brinkhaus überlegt, was er tun soll und erinnert sich an einen Vortrag im Berufskolleg Halle. „Manchmal muss man den Mut haben, etwas Besonderes tun“, hatte er den Schülern damals gesagt, dann Schuhe und Socken ausgezogen und seine Rede barfüßig gehalten.

18.46 Uhr: Socken und Schuhe sind ausgezogen, Brinkhaus geht zum Rednerpult.

18.47 Uhr: Die CDU-Anhänger bekunden ihre Solidarität, entledigen sich ebenfalls der Schuhbekleidung und umringen ihren Chef. Wie auf den Wahlplakaten ist Brinkhaus nun  „Mittendrin“. Doch das hatte er sich eigentlich anders vorgestellt.

18.48 Uhr: Die SPD-Polonaise ist zurück im Saal. Die Genossen rümpfen angesichts des unangenehmen Raumklimas die Nase und empfinden die nacktfüßige CDU als offene Provokation.

18.50 Uhr: Feuß versammelt die SPD um sich. Plötzlich fängt die Gruppe an einstimmig laut zu zählen. Bei drei ziehen alle die Schuhe aus und tanzen in roten Socken Can-Can. „Na, nananananana, nananananana, nananananana, nananananana …”

18.51 Uhr: Nur Klute feiert nicht mit. Er hat noch immer keine Wohnung

18.51 Uhr: Der Geruch im Kreishaus wird immer strenger. Schweiß und Sockenmief verbinden sich zu einem unverträglichen Cocktail

18.52 Uhr: Klute entdeckt Brinkhaus im CDU-Pulk und ruft. „Ralf, könnte ich nicht deine Wohnung haben?“

18.52 Uhr: Brinkhaus löst sich aus dem Kreis seiner Parteigenossen und geht zum Rednerpult. ”Rietberg, ausgerechnet Rietberg”, murmelt er vor sich hin. Plötzlich fehlen dem wortgewandten Vollblutpolitiker die Worte. Mit einer Niederlage hatte er offensichtlich nicht gerechnet.

18.54 Uhr: Brinkhaus wirkt wie paralysiert, zieht einen Zettel aus der Hosentasche und liest vor: „Wir haben es geschafft. Der Kreis Gütersloh war und ist eine CDU-Hochburg.“.

CDU-Geschäftsführer Hubert Kleinemeier läuft heftig gestikulierend auf Brinkhaus zu und macht ihn auf den Fehler aufmerksam. Brinkhaus reagiert prompt und ergänzt geistesgegenwärtig: „Das hatte ich ursprünglich sagen wollen…“

18.55 Uhr: Höflicher Beifall für Brinkhaus. Klute schreitet zum Pult.

18.56 Uhr: Der Versmolder Bürgermeister schaut wortlos lächelnd in die Runde. Auch ihm fehlen die Worte. Mit einem Sieg hatte er offensichtlich nicht gerechnet. Zum Glück liegt noch der Zettel von Brinkhaus da. Klute liest ab und ersetzt lediglich CDU durch SPD.

19.05 Uhr: Anruf aus Rietberg. Der Wahlleiter hat die Zahlen vertauscht. Nicht Klute sondern Brinkhaus hat 58 Prozent. Jetzt wird’s wieder spannend.

19.30 Uhr: Das vorläufige Endergebnis sieht die CDU im Kreis mit einer einzigen Stimme vorn.

19.31 Uhr: Jetzt tanzt die CDU: „Ihr könnt nach Hause fahrn, ihr könnt Hause fahrn“ und “Zieht den Sozis die roten Socken aus”, singen sie in bester Fußballmanier

19.32 Uhr: Brinkhaus fragt Kleinemeier, ob er jetzt doch noch seine Rede halten könnte. Doch der Zettel ist weg.

19.34 Uhr: Anruf aus Rietberg. Bürger Peter Wir hatte versehentlich keine Wahlbenachrichtigung erhalten und durfte nach Rücksprache mit dem Bundeswahlleiter nachwählen. Nach Auszählung seiner Stimme sind Klute und Brinkhaus gleichauf.

19.34 Uhr: SPD-Chef Hans Feuß ballt die Faust und jubelt: „Ich habs immer gewusst. Wir entscheidet.“

19.41 Uhr: Klute und Brinkhaus ziehen sich zur Beratung zurück

20.44 Uhr: Offensichtlich haben sie sich geeinigt. Darauf deutet zumindest die Kleidung hin: Brinkhaus trägt jetzt am linken Fuß einen roten Sozi-Socken, Klute steht links auf nacktem Fuß.

20.44 Uhr: Im Kreishaus stinkt es erbärmlich. Viele Besucher halten sich Taschentücher vor die Nase

20.45 Uhr: Die beiden Spitzenkandidaten treten ans Mikrofon und präsentieren ihre Idee des Mandat-Sharings: Klute übernimmt eine halbe Bundestagsstelle in Berlin, Brinkhaus wird halber Bürgermeister in Versmold.

20.51 Uhr: Die heftigen Diskussion im Saal beendet die Sprinkleranlage.Ein rotes Warnschild verkündet: Biogasalarm.

20.54 Uhr: Die Freiwillige Feuerwehr Varensell stürmt in ABC-Montur das Kreishaus.

22.58 Uhr: Klute und Brinkhaus werden im Brauhaus gesichtet. Zwischen ihnen ist ein heftiger Streit über den Spüldienst in der Berliner-WG entbrannt. Der Wirt fordert beide auf, endlich die Schuhe anzuziehen.

 

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